Neu in Bern, Freunde finden
Die ersten Wochen in einer neuen Stadt sind das Einfachste. Arbeit, Wohnung, Ämter, das lässt sich abarbeiten. Ein Freundeskreis lässt sich nicht abarbeiten, und genau daran hängen die meisten fest, drei Monate nach dem Umzug.
Warum Bern sich zugeschlossen anfühlt
Bern ist eine Stadt mit wenig Fluktuation. Viele Leute leben seit der Kindheit hier oder seit dem Studium, ihr Freundeskreis ist über zehn oder zwanzig Jahre gewachsen und hat für neue Leute schlicht keinen freien Platz mehr, nicht aus Ablehnung, sondern weil er einfach voll ist. Das trifft Zuzügerinnen und Zuzüger genauso wie Leute, die aus einer anderen Schweizer Stadt herziehen.
Das bedeutet, dass die üblichen Ratschläge kaum greifen. "Geh doch mal auf Leute zu" hilft wenig, wenn die Leute, auf die du zugehst, bereits einen vollen Kalender und einen festen Freundeskreis haben. Was stattdessen funktioniert, sind Orte, an denen alle im gleichen Boot sitzen, wo Neue treffen und niemand eine bestehende Gruppe aufbrechen muss.
Was in den ersten Wochen tatsächlich hilft
Suche dir etwas Wöchentliches, nicht ein grosses Willkommensevent
Eine einzelne grosse Veranstaltung bringt viele neue Gesichter, aber selten eine Fortsetzung. Ein wöchentlicher Termin bringt dich in zwei Monaten viermal an den gleichen Tisch, das ist der Unterschied zwischen Bekanntschaft und Freundschaft.
Geh dorthin, wo andere auch neu sind
Anlässe, die sich an Zugezogene richten, haben einen entscheidenden Vorteil: Niemand dort hat schon einen vollen Freundeskreis. Alle sind gleich offen, weil alle gleich neu sind.
Sprich früh Englisch, wenn dein Deutsch noch nicht reicht
Warte nicht, bis dein Deutsch gut genug ist, um Freunde zu finden. Es gibt in Bern genug Treffen, die auf Englisch laufen oder zweisprachig sind, dort verlierst du keine Zeit.
Bleib dran, auch wenn der erste Monat mager war
Die meisten, die nach drei Monaten sagen, Bern sei unmöglich, haben nach dem zweiten Versuch aufgehört. Ein Freundeskreis in einer neuen Stadt baut sich über drei bis sechs Monate auf, nicht über drei Wochen.
Was wir machen
Connect Bern organisiert wiederkehrende Veranstaltungen in Bern, ausdrücklich für Leute, die neu ankommen oder noch keinen festen Kreis in der Stadt haben. Formate wie Coffee Cake & Connect oder Cowork Coffee & Connect laufen regelmässig, du kannst allein kommen, und ein Teil davon läuft auf Englisch, damit die Sprache am Anfang keine Hürde ist.
Nächste Termine in Bern ansehenHäufige Fragen
- Wie lange dauert es, bis man in Bern Freunde findet?
- Erfahrungsgemäss braucht es mehrere Anläufe über einige Monate, nicht einen einzelnen Abend. Wer nach zwei Versuchen aufhört, gibt meist genau vor dem Punkt auf, an dem es anfängt, sich vertraut anzufühlen.
- Muss ich Berndeutsch können, um Anschluss zu finden?
- Nein. Viele Anlässe laufen auf Englisch oder wechseln automatisch, sobald jemand kein Deutsch spricht, dazu gibt es Formate wie die Berndeutsch Conversation Group, wenn du die Sprache gezielt lernen willst.
- Ist es als Expat schwieriger als für Zuzüger aus der Schweiz?
- Beide starten ähnlich, ohne bestehenden Freundeskreis vor Ort. Der Unterschied ist meist nur die Sprache, nicht die soziale Ausgangslage.
- Reicht ein einzelner Willkommensanlass?
- Selten. Ein einzelner Abend gibt dir Gesichter, keine Freundschaften. Erst der wiederholte Besuch macht aus einem Gesicht eine Person, die dich kennt.